"1o-jähriges Bestehen des Vereins im Jahr 2010"

 

"Zehn Jahre im Dienste der Bedürftigen" (Pressebeitrag vom September 2010) 

Warum soll man eigentlich Lebensmittel, die noch verzehrfähig, aber nicht mehr verkaufsfähig sind vernichten, wenn es Menschen gibt, deren Einkommen nicht zum Auskommen reicht? Mit dieser Frage beschäftigten sich Anfang der 60-ziger Jahre Frauen in den USA und gründeten Vereine oder Organisationen die den Überschuss an Lebensmittel einsammelten und denen zur Verfügung stellten, die nicht oder kaum über das Notwendige zum Leben verfügten. Ob es an unserer Wohlstandsgesellschaft oder an unserem enger geknüpften sozialen Netz lag, dass es so lange brauchte, bis die Idee auch in unserem Lande Fuß fasste? Berliner Frauen griffen 1993 diese Idee auf und organisierten einen Verein, der das Ziel hatte, Lebensmittel einzusammeln, vor der Vernichtung zu bewahren und damit bedürftigen Mitbürgern ihrer Stadt zu helfen. Unter dem Namen „Berliner Tafel“ nahm man die Arbeit auf. Heute gibt es bereits bundesweit mehr als 800 regionale Tafeln mit einer Fahrzeugflotte von 4.700 Kfz und ca. 40.000 ehrenamtlichen Helfern, die unter dem Bundesverband Deutsche Tafel e. V. zusammengeschlossen sind. Nach dessen Vorgaben und Grundsätzen arbeitet auch die Euskirchener Tafel e.V.

Die Euskirchener Tafel e. V. wurde im September des Jahres 2000 von Frau Henschel und Herr Beck gegründet. Anfangs halfen 14 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Lebensmittel bei Bäckereien und Lebensmittelgeschäften im Bereich der Stadt einzusammeln. Die eingesammelte Ware wurde dann an die Caritas bzw. an die AWO zur weiteren Verteilung an Bedürftige übergeben. Hierzu stellten die Mitarbeiter zunächst ihre eigenen Fahrzeuge zur Verfügung. In 2002 erhielt die Tafel ihr erstes, über Mobil-Werbung gesponsertes Kühlfahrzeug. Mit steigendem Aufkommen an Lebensmitteln und dem stetigen Anstieg der Zahl der Bedürftigen gerieten Caritas und AWO schnell an ihre Grenzen, so dass die Euskirchener Tafel sich um eigene Räumlichkeiten zur Lagerung, Aufbereitung und Ausgabe der gespendeten Lebensmittel umsehen musste. Die in Euskirchen alteingesessene Familie Daufenbach stellt bis heute auf ihrem Betriebsgelände an der Roitzheimer Straße unentgeltlich Räume hierzu zur Verfügung und übernimmt dazu noch einen Großteil der Betriebskosten. Dienstags und donnerstags können dort Bürger, deren Bedürftigkeit durch die Sozialabteilung der Stadt oder durch die ARGE geprüft und bescheinigt wurde, Lebensmittel entgegen nehmen. Wo steht die Euskirchener Tafel heute? Mittlerweile unterstützt die Tafel in Euskirchen ca. 120 Familien und Einzelpersonen (insgesamt ca. 700 Personen) zwei Mal pro Woche. Hierfür setzen 30 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Kraft und ihre Freizeit ein. Mit einem zweiten Fahrzeug, dessen Kühleinrichtung durch die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen finanziert wurde, ist es möglich die erforderliche Menge an Lebensmittel einzusammeln. Im letzten Jahr, so die Vereinsstatistik, wurden ca. 100 Tonnen Lebensmittel eingesammelt, auf Genussfähigkeit hin überprüft und ausgegeben. An 100 Ausgabetagen im letzten Jahr konnte somit 12.000 Mal geholfen werden. Dank der Spendenbereitschaft der ansässigen Filialen namhafter Lebensmittelketten, aber auch von Bäckereien, Landwirten und Einzelpersonen war eine Unterstützung bislang stets möglich. Auf Menge, Art und Qualität der gespendeten Waren hat die Tafel kaum Einfluss. Verteilt wird aber immer so, dass auch der Letzte nicht leer ausgeht. Motivation für die oftmals nicht leichte Arbeit, so die Vorsitzende der Euskirchener Tafel  Frau Heidemarie Purwin-Görgen , schöpfen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem entgegen gebrachtem Dank und den leuchtenden Kinderaugen, wenn auch mal etwas Süßes unter den Lebensmittelspenden ist. Wer feste arbeitet, darf auch mal Feste feiern! Anlässlich des 10-jährigen Vereinsjubiläums lud der Vorstand zu einem Sommerfest alle Mitglieder, Freunde der Tafel-Idee und Vertreter der anderen im Kreis Euskirchen tätigen Tafeln auf die Grillhütte an der Erft ein. Nach der Begrüßung und einer kurzen Ansprache der Vorsitzenden bedankte sich der Schirmherr der Euskirchener Tafel, Herr Bürgermeister Dr. Uwe Friedl, für die nachhaltige Hilfe, die der Verein den Bedürftigen unserer Kreisstadt seit nunmehr 10 Jahren zu Teil werden lässt. Frau Dr. Sabine Dirhold, Stv. Landrätin des Kreises, betonte die Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Gesellschaft. Dank galt es aber auch den Sponsoren und Fördermitgliedern auszusprechen, ohne deren Spendenbereitschaft die Hilfe der Tafel nicht möglich wäre. Geehrt für 10-Jahre Vereinszugehörigkeit und Mitarbeit wurden Frau Inge Kloster und Frau Heidemarie Purwin-Görgen. Besonderer Dank wurde dem langjährigen Mitarbeiter Rainer Dambeck für seinen uneigennützigen, tagtäglichen Einsatz für Ordnung und Sauberkeit in der Ausgabestelle ausgesprochen.

Die Vorsitzende, Frau Heidemarie Purwin-Görgen begrüßt den Schirmherrn der Euskirchener Tafel Herrn Bürgermeister Dr. Uwe Friedl und als Vertreter des Kreises die Stv. Landrätin Frau Dr. Sabine Dirhold

 

 

Ohne die vielen helfenden Hände läuft kein Fest

 

Die Grillmeister bei der Arbeit